Suderburg

Wirtschaft, Politik, Kultur und Pizza

Ende Oktober 2015 informierten sich 24 Studierende des Studiengangs Handel und Logistik im Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Frankreich über Chancen und Risiken für Unternehmen in Grenzregionen. Die fünftägige Exkursion unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Arnd Jenne führte zu Unternehmen und Institutionen, die die Herausforderungen der speziellen Lage im Herzen Europas, aber in der Nähe nationaler Grenzen mit intelligenten Konzepten und technologischem Know-How meistern.

Studierende des Studiengangs Handel und Logistik in Begleitung von Prof. Arnd Jenne (ganz rechts) und Dipl.-Kfm. Hartmut Sroka von der Fakultät Handel und Soziale Arbeit der Ostfalia (ganz links) vor dem Europa-Denkmal in Schengen.
Foto: privat

Theo Steil Recycling an der Mosel sortiert Schrott und liefert sortenreinen metallenen Rohstoff per Schiff in die Türkei und auch nach China und hochwertige zurückgewonnene Metalle an Ziele innerhalb Europas. Mit einem klugen Handelskonzept sorgt Trier, die älteste Stadt Deutschlands, für einen attraktiven Mix in der Innenstadt, die auch Konsumenten aus den Nachbarländern zum Shoppen einlädt. Ein innerstädtisches Einkaufszentrum in Trier und ein riesiger „Konsumtempel“ (Waves Actisud) am Stadtrand von Metz, jeweils mit treffsicherer Ausrichtung auf Zielgruppen und bequemem Einkauf stellen sich erfolgreich auf. Die Grande Region, eine Interessenvertretung der fünf beteiligten Länder: Luxemburg, Lothringen, Wallonien, Saarland und Rheinland-Pfalz pflegt ein Netzwerk, dass die politische, wirtschaftliche und verkehrliche Infrastruktur zum Wohle der etwa 11 Mio. dort lebenden Menschen ständig verbessert. Um gute Bedingungen für Unternehmen kümmert sich die Chambre Commerciale und das Cluster for Logistics in Luxemburg. In Schengen wurden drei historische Verträge geschlossen, die auf Vertrauen bauen und die Freiheit und Freizügigkeit in Europa sichern: frei unterwegs ohne Zollgrenzen. Der innovative „Mettis“ erledigt den öffentlichen Personennahverkehr; die Züge sind so attraktiv (pünktlich alle 4 oder 5 Minuten, sicher, sauber und futuristisch gestaltet), dass sie fast immer voll ausgelastet werden und nicht nur dem ÖPNV dienen, sondern auch das neue Wahrzeichen (mit dem Centre Pompidou) von Metz darstellen. Sowohl wirtschaftlich interessant, als auch ein kulinarischer Schlusspunkt war der Besuch im Pizzawerk von Dr. Oetker in Wittlich; mehrere Dutzend Pizzas aus der täglichen Produktionsmenge von 1.000.000 Stück fanden den Zuspruch des Ostfalia-Besuchs.

Die Studierenden wohnten in der Römerstadt-Jugendherberge in Trier und hielten ihre Referate im Bus, der als rollender Seminarraum diente. Die erfolgreiche Exkursion zeigte praxisnahe Beispiele für gelungene Unternehmensführung in schwierigen Räumen und spannenden Zeiten.

Text: Hartmut Sroka


Vera Huber | Tue Nov 10 13:45:49 CET 2015