Suderburg

Detroit – Aufstieg, Niedergang, Wiederaufstieg (?)

Ausstellung an der Ostfalia zeigt ab sofort spektakuläre Bilder aus Detroit, die vom Verfall und neuem Leben in der einstigen Motor City berichten

Dem kometenhaften Aufstieg folgte ein Niedergang, der vom einstigen Ruhm und Wohlstand nur noch Trümmer und Abgründe zurückließ: Die amerikanische Stadt Detroit steht wie keine andere für Werden und Vergehen des amerikanischen Traums.

Dr. Arnd Jenne, Professor für Handelsmanagement am Standort Suderburg der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, hat die Stadt am Erie-See, direkt an der kanadischen Grenze, besucht – und spektakuläre Bilder einer verfallenen einstigen Metropole mitgebracht, in der langsam „zarte Pflänzchen“ des Wiederaufstiegs erste Wurzeln schlagen. Zu sehen sind diese Bilder ab sofort im Rahmen der Ausstellung „Detroit – Aufstieg, Niedergang, Wiederaufstieg (?)“ in der Ostfalia-Hochschule in Suderburg.

Jenne betrachtet Detroit dabei mit stadtgeografischem Blick: Seine Bilder und Texte erzählen von Detroit als „perforierter Stadt, die durch das Verschwinden der Fabriken und dem Wegzug der „weißen“ Arbeiter in die Suburbs („white flight“) nicht nur seine Steuereinnahmen, sondern auch seine Midtown, das Verbindungsglied zwischen dem Stadtzentrum (Downtown) und den beginnenden Vor-Orten verlor. Er zeigt die verfallenden Häuser in diesem Zwischengürtel, verriegelt, abgebrannt und geplündert in jenen Neighbourhoods, in denen die Kriminalität besonders hoch ist und Detroit zur „Verbrechenshauptstadt“ der USA gemacht haben. Einfallstraßen, die für das heutige Verkehrsaufkommen überdimensioniert sind, Brachflächen und dazu seltene, aufregende Innenansichten alter Prestige-Immobilien wie dem Michigan Theatre, dessen imposante Bühnenarchitektur heute Kulisse eines Parkhauses ist, oder dem riesigen und nur noch von einigen Obdachlosen bewohnten Areals der mittlerweile fast drei Jahrzehnten ungenutzten Packard-Autofabrik: Das ist die eine Seite, die Jenne mit seinen Fotos zeigt und erklärt.

Ihr an die Seite stellt er das „neue“ Detroit, in dem sich in urbanen Räumen kreative Projekte finden, die lokalpatriotisch an den Wiederaufstieg ihrer Stadt glauben und sich mit Kulturideen, neuen Geschäftsmodellen oder „Urban Gardening“ dem weiteren Verfall entgegen stellen. Das „neue“ Detroit, dessen Downtown wieder Ziel von Investoren, Unternehmen und auch Spekulanten geworden ist.

„Detroit ist ein weltweit spektakuläres Beispiel der Genese städtischer Wachstums- und Verfallsprozesse“, erklärt Jenne seine Faszination für die Stadt im Mittleren Westen, die „für Europäer einerseits Aufsehen erregend daherkommt und gleichzeitig deutlich macht, dass auch Verfallsprozesse Chancen für einen Neuanfang bieten“.

Die Ausstellung ist bis Ende März Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr am Campus Suderburg, Herbert-Meyer-Straße 7,  zu besichtigen. Sie beginnt am Mensaeingang.

Foto: Ostfalia.


Vera Huber | Fri Mar 04 14:25:12 CET 2016