Suderburg

Nachhaltige Bewässerung im Fokus

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Die Entwicklung einer neuen, sensorgestützten Beregnungssteuerung für Kartoffeln wird vom Land Niedersachsen im Rahmen des EU-Programmes „EIP-agri“ (European Innovation Partnership) gefördert. Mit der Übergabe des Förderbescheides überbrachte die Landesbeauftragte Jutta Schiecke, Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg, heute die frohe Botschaft nach Suderburg.

In dem Projekt arbeiten die Ostfalia Hochschule, Suderburg, das Thünen-Institut, Braunschweig, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Uelzen, die Universität Göttingen und ein Uelzener Landwirt als sogenannte Operationelle Gruppe gemeinsam am Thema „Nachhaltige Bewässerung“. In einem konkreten Innovationsprojekt soll eine vom Thünen-Institut entwickelte Sensor-Messtechnik an den Einsatz in Kartoffeln angepasst werden. Ein noch effizienterer und damit sparsamerer Einsatz des Beregnungswassers bei gleichzeitig sicheren Erträgen und Qualitäten ist das Ziel. Dabei werden durch die intensive Zusammenarbeit von Praxis und Forschung keine Ideen am grünen Tisch entwickelt, sondern die Umsetzung direkt auf den Betrieb steht im Vordergrund. So wird neben der Klärung grundsätzlicher Fragen auf dem Versuchsfeld der Landwirtschaftskammer in Hamerstorf vor allem auch der Einsatz des Systems und die Integration in die Arbeitsabläufe auf dem beteiligten landwirtschaftlichen Betrieb geprüft. Am Ende sollen auch Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und zu Auswirkungen auf den Beregnungswasserbedarf getroffen werden.

Die Projektidee ging aus den Diskussionen zur Gründung eines „Instituts für nachhaltige Bewässerung“ hervor. Das Projekt ist gewissermaßen eine Vorstufte der Institutsgründung. „Das Institut, mit Sitz in Suderburg - dem Herzen der Beregnungsregion Niedersachsens - soll zukünftig die Forschung im Bereich „Nachhaltige Bewässerung“ koordinieren und intensivieren. Dieses Forschungsfeld gewinnt angesichts des Klimawandels europa- und weltweit an Bedeutung“, stellt die Landesbeauftragte Jutta Schiecke bei der Übergabe des Förderbescheides heraus. „Es dient im Besonderen auch dem Schutz unserer Grundwasser-Ressourcen.“

Der Businessplan für das Institut wurde im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative SMART REGION erstellt, um sich mit Unterstützung des Landes Niedersachsens und des Amtes für Regionale Landesentwicklung auf die neue EU-Förderperiode vorzubereiten. Initiatoren und Umsetzungspartner des Vorhabens sind die Hansestadt Lüneburg und die Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Stade und Uelzen erläutert Dr. Jürgen Glaser von der Süderelbe AG, die als regionaler Projektträger den Umsetzungsprozess begleitet und unterstützt. Auch ermöglicht die Süderelbe AG mit foodactive, dem Ernährungsnetzwerk der Metropolregion Hamburg, die industrielle Begleitung und Zusammenarbeit in Bezug auf die Verarbeitung der Kartoffeln.

„Wir sind sehr froh über die Förderung des Projektes. Die Feldberegnung ist für unsere Region sehr wichtig und wir müssen sehr sorgfältig mit der wertvollen Ressource Wasser umgehen. Hier erhoffen wir uns Fortschritte. Gleichzeitig können wir in dem Initiativkreis zur Gründung eines Institutes schon einmal im Vorfeld die Zusammenarbeit üben“, so Dr. Jürgen Grocholl von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Insgesamt werden von 2016 bis 2019 rund 780.000 Euro von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen in das Projekt fließen. Martin Kraft vom Thünen-Institut wird sich im Projekt speziell um die Anwendung und Weiterentwicklung der Sensortechnik zur Optimierung der Bewässerung insbesondere von Kartoffeln kümmern. Wichtige Beteiligte dabei sind der Landwirt Hartmut Becker und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Prof. Dr. Klaus Dittert von der Universität Göttingen untersucht im Projekt die Auswirkungen der unterschiedlichen Bewässerungsstrategien auf das Pflanzenwachstum. Die Projektkoordination und die Verantwortung für die Erfassung und Auswertung von Klima- und Geodaten liegt bei Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher von der Fakultät Bau-Wasser-Boden der Ostfalia Hochschule. „Nach der bereits erfolgreichen Zusammenarbeit im Zuge der Planungen und der Antragstellung freuen sich nun alle Projektbeteiligten auf die gemeinsame Arbeit im Feld“ sagte Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher zum Abschluss der Veranstaltung.

Kontakt:

Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher
Herbert-Meyer-Str. 7
29556 Suderburg

Tel. +49 5826 98861230
Email: k.roettcher@ostfalia.de

Zum Titelbild:
Landesbeauftragte Jutta Schiecke, Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg, mit Prof. Dr.-Ing. Klaus Röttcher, Ostfalia Hochschule, am Campus Suderburg.

Hintergrundinformationen:

EIP-agri:

www.ml.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=34255&article_id=121675&_psmand=7

Smart Region:

www.suederelbe.de/geschaeftsbereiche/smartregion.html

Text: Me


Vera Huber | Mon Aug 29 14:57:48 CEST 2016