Wolfenbüttel

Studierende der Ostfalia Hochschule trainieren Sozialkompetenz beim Segelfliegen

Vorlesungen, Seminare und Übungen finden an der Ostfalia Hochschule nur in Vorlesungsräumen statt? Weit gefehlt, wie rund 70 Studierende der Hochschule seit diesem Wintersemester zu berichten wissen. Unter der Leitung von Professor Falk Klinge, Fakultät Maschinenbau, fanden in Kooperation mit Professor Jürgen Boeckh, Fakultät Soziale Arbeit, wieder drei Sozialkompetenz-Workshops Segelfliegen in Laucha, Sachsen Anhalt, statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ostfalia tauschten dafür für eine Woche den Hörsaal gegen den Segelflugplatz. Der letzte Kurs endete am Freitag, den 15. September.

Seit fünf Jahren gehört der Sozialkompetenz-Workshop Segelfliegen zum Angebot der Fakultät Maschinenbau, aber auch Studierende aus den anderen Fakultäten sind willkommen. In dieser Zeit haben sich bereits über 400 Studentinnen und Studenten der Ostfalia Hochschule im Haus der Luftsportjugend kennengelernt und nicht nur ihre ersten Flugerfahrungen in einem Segelflugzeug gemacht, sondern auch ihre Teamfähigkeit erprobt. Denn, so Professor Klinge: „Das Fliegen ist für uns in erster Linie Mittel zum Zweck. Auch wenn immer nur maximal zwei Personen in einem Flugzeug sitzen – ohne Teamwork geht auf dem Flugplatz gar nichts.“ Zusammenarbeit und Kooperation sind also angesagt. Dabei müssen die Studierenden den gesamten Flugbetrieb auf dem Gelände organisieren und in Gang halten. Konflikte bleiben da nicht aus. „Wir lassen den Studierenden ganz bewusst so viel freie Hand wie möglich. Sie sollen erfahren, wie sie sich in einer völlig unbekannten Situation verhalten und wie es ihnen am besten gelingt, im Team die gemeinsame Aufgabe Segelflugbetrieb zu meistern“, erklärte Professor Boeckh.

Unter der Anleitung erfahrener Fluglehrerinnen und -lehrer erlernen die Studierenden also nicht nur das Segelfliegen, sie erfahren in der Woche auch viel über ihre eigene Teamfähigkeit, ihre Fähigkeit Stress und Ängste zu bewältigen beziehungsweise Vertrauen in sich, die Gruppe und in die Technik aufzubauen.

Im nächsten Jahr soll die Aufgabenstellung noch erweitert werden. „Die Stadt Laucha liegt in einer landschaftlich reizvollen, zugleich auch strukturschwachen Region. Wir wollen zusammen mit den Fakultäten Verkehr-Sport-Tourismus-Medien sowie Soziale Arbeit eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe auf die Beine stellen. Die Studierenden sollen das Potenzial der Region analysieren und eigene Projektideen zur Nutzung der Einrichtung entwickeln“, erklärt der Maschinenbau-Professor Falk Klinge.

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst beim Sozialkompetenz-Workshop abzuheben, kann sich an Professor Falk Klinge (f.klinge@ostfalia.de) wenden.


Vera Huber | Thu Sep 21 14:29:05 CEST 2017